„Ulysses 4.0 / Penelope“ - Premiere - Villa Irmgard - Heringsdorf
„Ulysses 4.0 / Penelope“ – mit Katarzyna Naumow
(Schauspiel) und Philipp Caspari (Gesang, Bewegung)
Volkmar Sippel (Regie, Konzept)
Produktions-Assistenz: Kaylah Meinhold
Molly Bloom ist eine Frau "im besten Alter", sie ist nicht Penelope, die Fäden verwebt und wieder öffnet, ihr Ehemann, der als Anzeigenverkäufer "über den Durst" getrunken hat, ist nicht der kluge Odysseus. Es sind hier die Liebschaften ihres Lebens, die sie in einem Gedankenstrom miteinander verwebt und wieder auflöst – ungefiltert und unabhängig von jeder Zensur.
Dieses letzte Kapitel des "Ulysses" von Nobelpreisträger J. Joyce ist die bühnenreife Adaption des inneren Monologs von Molly alias Penelope alias Nora Joyce.
Trotz aller Konventionen der damaligen Zeit lässt sich Molly Bloom alias Nora Joyce in ihrer Beschreibung der eigenen Sexualität und Sinnlichkeit nicht durch den „Blick des Mannes“ oder die Vorurteile der Zeit einschränken. Sie betrachtet sich selbst als gläubig, sieht aber die Sicht der Kirche auf ihre Weiblichkeit als Projektion einer nicht erfahrenen Sexualität. Ihr Körper gehört ausschließlich ihr, und nur sie kann über ihn verfügen und ihre eigene Sexualität bestimmen. Ihr Gedankenstrom wird so zu einer Feier der vorurteilsfreien Beschreibung ihres Begehrens und ihrer Sinnlichkeit, in die Fäden der Mutterschaft, der finanziellen Sorgen, der soziologischen Interaktionen usw. eingeflochten werden. Auf diese Weise macht Joyce die Frau zur Penelope ihrer „eigenen“ Odyssee, die auf einen betrunkenen Odysseus wartet, die Fäden ihrer Sexualität verknüpft und Männer an sich zieht - aber diese Fäden wieder entwirrt und ihre eigene Sexualität nicht von Männern einschränken lässt - und schon gar nicht von ihrem trotteligen Ehemann, Leopold alias Odysseus alias Joyce. 40 Seiten lang denkt sie in einem Satz, ganz wie Nora Joyce - frei, direkt, unverblümt und „ohne Punkt und Komma“.
Ermäßigung
Rollstuhlfahrer und Schwerbeschädigte mit B-Vermerk zahlen den Normalpreis. Die Begleitperson erhält freien Eintritt. * Villa Irmgard und Hans Werner Richter-Haus sind nicht barierrefrei!
Zusätzliche Informationen
Einlass: 19:00 Uhr